Einbrecher suchen stets den Weg des geringsten Widerstands. Bei vielen Haustüren und Wohnungseingangstüren ist dieser Schwachpunkt nicht das Schloss selbst, sondern der Rahmen. Ein herkömmliches, einfaches Schließblech hält massiver Gewalteinwirkung oft nur wenige Sekunden stand. Möchten Sie Ihr Zuhause effektiv schützen, sollten Sie Ihre Schließbleche verstärken. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es technisch ankommt und warum die Verankerung im Mauerwerk der entscheidende Faktor ist.
Warum Standard-Schließbleche oft versagen
Viele Türen werden standardmäßig mit kurzen, dünnen Blechen ausgeliefert, die lediglich mit kurzen Holzschrauben im Türfutter befestigt sind. Bei einem Einbruchsversuch durch Eintreten oder Aufhebeln reißt das Holz des Rahmens oft aus, und die Tür springt auf. Wenn Sie jedoch Schließbleche verstärken, setzen Sie genau hier an: Die Kraft wird nicht mehr nur auf das dünne Holz des Rahmens, sondern auf das massive Mauerwerk dahinter übertragen.
Merkmale eines Sicherheitsschließblechs
Nicht jedes Metallstück erhöht die Sicherheit. Ein echtes Sicherheitsschließblech zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
- Materialstärke: Es sollte mindestens 3 mm starker Stahl verwendet werden.
- Länge: Je länger das Blech (oft 300 mm bis 500 mm), desto besser wird die Kraft verteilt.
- Mauerverankerung: Dies ist der wichtigste Punkt, um Schließbleche zu verstärken.
Die Technik: Verankerung imauerwerk
Das bloße Austauschen eines kurzen Blechs gegen ein längeres bringt nur bedingt Sicherheit, wenn es nicht korrekt befestigt wird. Um Schließbleche zu verstärken, müssen sogenannte Maueranker oder Schrägverschraubungen zum Einsatz kommen.
Wie funktionieren Maueranker?
Spezielle Sicherheitsschließbleche verfügen über Löcher für lange Stahlanker oder Dübel, die diagonal durch den Türrahmen direkt in das dahinterliegende Mauerwerk greifen.
- Die Schrauben gehen durch den Stahl des Schließblechs.
- Sie durchdringen den Holz- oder Kunststoffrahmen.
- Sie verankern sich tief im Mauerstein oder Beton.
Durch diese Technik wird ein Aufhebeln fast unmöglich, da der Täter nicht nur den Türrahmen, sondern quasi die ganze Wand "wegdrücken" müsste.
Schritt-für-Schritt: Schließbleche effektiv verstärken
Wenn Sie handwerklich begabt sind, können Sie diese Nachrüstung selbst vornehmen. Für absolute Sicherheit empfiehlt sich jedoch der Fachmann.
- Bestandsaufnahme: Messen Sie den Falzraum und prüfen Sie, wie viel Platz zwischen Türblatt und Rahmen ist.
- Auswahl: Kaufen Sie ein Sicherheitsschließblech mit Mauerankern, das zu Ihrem Schloss (Maße von Falle und Riegel) passt.
- Vorbereitung: Entfernen Sie das alte Blech. Oft muss das Stemmloch im Rahmen vergrößert werden, da Sicherheitsschließbleche massiver sind.
- Montage: Setzen Sie das neue Blech ein. Bohren Sie die Löcher für die Maueranker vor. Achten Sie darauf, nicht die Mechanik von Mehrfachverriegelungen zu beschädigen, falls diese im Rahmen verlaufen.
- Verschraubung: Drehen Sie die Maueranker fest ein und prüfen Sie abschließend, ob die Tür sauber schließt, ohne zu klemmen.
Wichtig: Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Schließblech eine geschlossene Kastenform für den Riegel besitzt. Dies verhindert, dass man den Riegel manipulieren kann, und stabilisiert die Konstruktion zusätzlich.
Fazit zur Sicherheit
Das Vorhaben, Schließbleche zu verstärken, ist eine der kosteneffizientesten Maßnahmen im Einbruchschutz. Im Vergleich zu teuren Alarmanlagen bietet diese mechanische Sicherung einen physischen Widerstand, der viele Einbrecher bereits im Versuchsstadium scheitern lässt. Kombinieren Sie dies idealerweise mit einem hochwertigen Profilzylinder und einem Schutzbeschlag mit Ziehschutz.